Queen of the Waves: Surfen in Essaouira

„Ja sicher lernst du in zwei Stunden die Grundzüge des Wellenreitens! Du wirst sehen: Ich kriege dich dazu, dass du am Ende auf einer Welle reitest!“ Nur zu gern wollte ich die Worte meines Surflehrers glauben und zwängte mich skeptisch in meinen Neoprenanzug.
Ich bin in Essaouira, einer kleinen Stadt an der Atlantikküste, die ein bekannter Surfspot für Windsurfer und Wellenreiter ist. Mein Surflehrer ist wie aus dem Bilderbuch für marokkanische Surflehrer gemalt. Klein, jung, muskulös, mit einer lockeren, entspannten Art, der dauernd grinst und dabei leider seinen Zahnapparat zeigt, den ich häufig in Marokko, dem Land des zuckersüßen Minztees, zu sehen bekam: Lückenhafte, schiefe, braune Zahnreihen, die meinem Zahnarzt in Köln ein tiefes Seufzen entlocken würden.

Ich bin nach Marokko gekommen, um zu meinem 30. Geburtstag einen weiteren Punkt meiner bucket list zu streichen: Ich will surfen. Windsurfen hatte ich schon gemacht, aber der coole Bruder –  Wellenreiten – sollte noch gelernt werden.

Knapp eine Stunde später war es soweit, ich erwischte das richtige Timing der Welle, stemmte mich hoch und glitt los. Queen of the waves! Okay, sie war klein, eine Anfängerwelle, gab mir aber genug Schwung, dass ich Sekunden später vor Schreck und Glück gleich wieder ins Wasser klatschte.

So ging es weiter, der Kick wollte unbedingt wiederholt werden, bis ich völlig fertig auf meinem Brett lag und mein Körper die Signale meines Gehirns, endlich wieder loszureiten, ignorierte und seinen Dienst einstellte. Zufrieden rollte ich mich wenig später auf der loungigen Terrasse der Surfschule zusammen und schlürfte zuckersüßen Pfefferminztee. „Prost mein lieber Zahnarzt!“

Strandbar zum Teetrinken nach dem Surfspaß

Strandbar zum Teetrinken nach dem Surfspaß

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